Kreditkartenarten – von Debit bis Revolving-Karte – ein Überblick

Category: Kreditkarte 4
Quelle: © sebra – Fotolia.com

Kreditkarten sind in Deutschland längst zum Standard geworden. Es gibt zahlreiche Akzeptanzstellen für bargeldlose Zahlungen und auch für das Online-Shopping hat sich die Kreditkarte als äußerst nützlich erwiesen. Wenn Sie sich für eine Karte interessieren, stehen Sie erst einmal vor einer sehr wichtigen Frage: Welche Art von Kreditkarte soll es denn sein? Die Vielfalt an Kreditkartenarten ist heute größer denn je. Zwar können Sie mit allen Karten bargeldlose Zahlungen tätigen, jedoch gibt es trotzdem große Unterschiede. Aus diesem Grund stellen wir Ihnen nun die einzelnen Kreditkartenarten genauer vor.

Welche Kreditkartenarten gibt es?

Die verschiedenen Arten von Kreditkarten unterscheiden sich in verschiedenen Punkten. Jedoch sind das Zahlungsziel und der Kredit die entscheidenden Faktoren:

  1. Charge-Kreditkarte
  2. Charge-Kreditkarten gelten in Deutschland auch heute noch als Standardmodell. Sie als Karteninhaber können alle gängigen Leistungen wie bargeldlose Zahlungen oder Barabhebungen nutzen. Natürlich stehen Ihnen je nach Modell auch Zusatzleistungen wie Rabatte und Versicherungen offen. Charge-Kreditkarten bieten zudem auch einen Kreditrahmen, der sich an Ihrer finanziellen Situation orientiert. Der aufgelaufene Saldo wird Ihnen am Monatsende in Rechnung gestellt und komplett vom Girokonto (Referenzkonto) abgebucht. Somit ist der Kartensaldo also zum Ende eines Monats stets wieder ausgeglichen.

    Die Besonderheiten im Überblick:

    MerkmalErklärung
    KreditrahmenJa
    RatenzahlungZahlungsziel immer am Monatsende und komplett
    ZusatzleistungenJa
    SCHUFA-PrüfungJa


  3. Revolving-Kreditkarte
  4. Revolving-Kreditkarten sind vor allem in den USA sehr verbreitet und lassen sich quasi als der Dispokredit unter den Kreditkarten bezeichnen. Der Unterschied zur Charge-Kreditkarte liegt darin, dass Sie den Saldo nicht komplett am Stück zurückzahlen müssen. Oft wird seitens der Anbieter nur ein kleiner Pauschalbetrag sofort berechnet und der Rest kann wie bei einem Dispokredit individuell getilgt werden. Heute erfreuen sich Revolving-Kreditkarten auch in Deutschland stetig wachsender Beliebtheit.

    Die Besonderheiten im Überblick:

    MerkmalErklärung
    KreditrahmenJa
    RatenzahlungMindestbetrag sofort, der Rest individuell
    ZusatzleistungenJa
    SCHUFA-PrüfungJa


  5. Prepaid-Kreditkarte
  6. Prepaid-Kreditkarten sind eine Sonderform, deren Name etwas irrtümlich ist. Die Anbieter vergeben hierbei nämlich gar keinen Kredit. Sie als Karteninhaber müssen das Kreditkartenkonto nämlich erst mit einem Guthaben aufladen. Dieses können Sie dann durch bargeldlose Zahlungen oder Barabhebungen nutzen. Ist das Guthaben aufgebraucht, ist eine weitere Nutzung erst wieder nach einer neuen Einzahlung möglich. Da kein Kredit vergeben wird, tätigen die Banken vor der Vergabe häufig auch eine Abfrage der Daten bei der SCHUFA. Aus diesem Grund werden Prepaid-Kreditkarten häufig auch als Kreditkarten ohne Schufa bezeichnet.

    Die Besonderheiten im Überblick:

    MerkmalErklärung
    KreditrahmenNein, nur auf Guthabenbasis
    RatenzahlungNein
    ZusatzleistungenJa
    SCHUFA-Prüfungnein


  7. Virtuelle Kreditkarte
  8. Eine virtuelle Kreditkarte wird nicht als physische Karte ausgegeben, sondern Sie erhalten als Karteninhaber lediglich die Kartennummer und die Prüfziffer (CVC). Diese Online-Kreditkarte dient vor allem für das Online-Shopping und wird in den meisten Fällen auf Guthabenbasis ausgegeben. Mit der weiteren Digitalisierung könnte die virtuelle Karte irgendwann jedoch zum Standard werden, da physische Karten bei Zahlungen mit dem Smartphone (NFC-Technologie) irgendwann nicht mehr benötigt werden.

    Die Besonderheiten im Überblick:

    MerkmalErklärung
    Kreditrahmenoft nur auf Guthabenbasis
    RatenzahlungNein
    ZusatzleistungenJa, aber eingeschränkt
    SCHUFA-Prüfungnein


  9. Debitkarte
  10. Die Debitkarte erhalten Sie heute als Zahlungskarte zu Ihrem Girokonto. Sie können damit bargeldlos bezahlen, jedoch wird der Zahlungsbetrag im Normalfall binnen weniger Tage von Ihrem Konto abgebucht. Somit lässt sich auch dieser Typus nicht wirklich als Kreditkarte bezeichnen. Bekannte Vertreter sind die Maestro-Card oder auch V PAY (Girocard). Die umgangssprachliche Bezeichnung ist jedoch auch heute häufig noch EC-Karte, auch wenn diese offiziell durch die Girocard abgelöst wurde.

    MerkmalErklärung
    KreditrahmenGuthabenbasis und der Dispo auf dem Girokonto
    RatenzahlungIm Rahmen des Dispokredits
    ZusatzleistungenSehr selten
    SCHUFA-Prüfungja


    Welche Art von Kreditkarte lohnt sich für wen?

    Quelle: © pathdoc – Fotolia.com

    Die obige Aufstellung zeigt Ihnen zwar, welche Arten von Kreditkarten es gibt, jedoch stellt sich sicherlich die Frage, welche sich am Ende für Sie eignet. Hier kommt es ganz auf Ihre finanzielle Situation und Ihren Bedarf an. Folgende Fragen sind dabei wichtig:

    1. Haben Sie einen negativen SCHUFA-Eintrag?
    2. In diesem Fall fällt die Wahl nicht so schwer, da Ihnen mit einem negativen SCHUFA-Eintrag nur wenige Anbieter eine Karte zur Verfügung stellen. Dies liegt an der Tatsache, dass Kartenmodelle mit einem Darlehen (kurzfristige Kreditvergabe) aufgrund des Risikos eines Zahlungsausfalls an eine SCHUFA-Auskunft gebunden sind. Bei einem negativen Eintrag weisen die Banken den Antrag jedoch zurück. Einzige Ausnahme ist hier die Prepaid-Kreditkarte, bei der kein Darlehen vergeben wird.

      Geeignete Kreditkarte: Prepaid-Kreditkarte oder virtuelle Kreditkarte auf Guthabenbasis

    3. Sie nutzen Kreditkarten nur für Interneteinkäufe?
    4. Sollten Sie die Karte tatsächlich nur für das Online-Shopping nutzen, ist eine physische Plastikkarte gar nicht nötig. In diesem Fall reicht eine virtuelle Kreditkarte auf Guthabenbasis. Sie müssen lediglich alle Daten inklusive der Prüfziffer bei den jeweiligen Online-Shops eingeben. Achten Sie bei einer virtuellen Kreditkarte allerdings darauf, dass die Grundgebühr gering ausfällt. Ansonsten fallen sinnlose Fixkosten an.

      Geeignete Kreditkarte: virtuelle Kreditkarte

    5. Sie möchten keine zusätzliche Kreditkarte beantragen?
    6. In diesem Fall kann es für Sie interessant sein, einfach auf die Debitkarte zu setzen, die Teil Ihres Girokontos ist. Diese bietet Ihnen ebenfalls bargeldlose Zahlungen, jedoch wird nur ein sehr kurzfristiger Kredit eingeräumt. Sind Sie Kunde einer Direktbank, werden Sie hingegen oft direkt mit einer Kreditkarte ausgestattet. Mit dieser können Sie Bargeld an vielen Automaten abheben. Zudem sind alle Vorzüge herkömmlicher Karten nutzbar.

      Geeignetes Kartenmodell: Debitkarte, Kreditkarte mit Girokonto

    7. Sie nutzen Kreditkarten hauptsächlich auf Reisen?
    8. Reisekreditkarten gehören meistens zu den Revolving-Kreditkarten oder Charge-Karten. Hier sollten Sie allerdings auf niedrige Gebühren für die Auslandsnutzung achten. Auch die Kosten für Barhebungen sollten eher gering ausfallen. Interessante Zusatzleistungen sind Mietwagen-Services, Bonusmeilen für Flüge oder Reiseversicherungen.

      Geeignete Kartenmodelle: Charge-Karten, normale Kreditkarten, Prepaid-Kreditkarten (in Einzelfällen)

    Die Vielfalt der Kreditkarten bietet für Jeden etwas

    Durch die vielen Arten von Kreditkarten werden sicherlich auch Sie Ihre passende Karte finden. Wichtig ist hierbei vor allem, vorher den eigenen bedarf zu checken. Sollten Sie zudem danach auch noch einen Vergleich nutzen, finden Sie im Handumdrehen die Kreditkarte, die voll und ganz Ihrem Bedarfsprofil entspricht.